LogoHeimatverein Abschnitt zu Schule, Kindergarten und Verwaltung aus der
Chronik von Gaußig
Chronik der Gemeinde Gaußig bis ca. 2000, erstellt von Frau Thunig und Herrn Mibs,
(spätere Ergänzungen durch Herrn Erler kursiv und in runden Klammern ( ), solche von Frau Koban in eckigen Klammern [ ]. Ausführungen über die Zeit nach 2004 sind in Normalschrift und betreffen weiterhin nur das Gemeindegebiet Gaußig im Bestand von 1999.

 

Schulgeschichte von Gaußig

  Mit einem Klick auf die kleinen Bilder werden sie vergrößert.
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Das erste Schulgebäude war ein kleines Haus, was sich neben der Kirche und dem Pfarramt befand. 1842 reichte es bei der steigenden Schülerzahl nicht mehr aus. Deshalb wurde eine neue Schule, heute das Gebäude neben der jetzigen Schule (- Kantorhaus -), dazu gebaut und in beiden unterrichtet. Nachdem die erste errichtete Schule baufällig geworden war, musste ein neues Schulhaus errichtet werden (an gleicher Stelle, später Sattlerei Wolf, für 3200 Taler. In Vorbereitung der Einweihung erschien in den "Budissiner Nachrichten" am 26.10.1860 dieser Artikel.).
Im Jahr 1892 wurden die schulischen Verhältnisse durch die "hohe Schulbehörde" beanstandet, weil Platz- und Lehrermangel bestand. Weil sich in Gaußig nicht so bald was tat, errichtete die Gemeinde Naundorf 1894 ein eigenes Schulhaus. Der Gaußiger Schulvorstand beschloss dann endlich, die zwei alten Schulgebäude zu verkaufen (Kirchschule an Sattler Wolf, Neukirch, "Kantorhaus" an Fam. Hanske,?) und ein neues Gebäude in Gaußig zu errichten.
Auf dem Pfarrfeld, welches sich am Dorfrand befand, legte man am 19.Juli 1899 den Grundstein für das Gebäude, wo am 21.September 1900 (nach fleißiger Arbeit der Bauleute unter dem 24-jährigen Baumeister Karl Joh. Winkler) die Schulweihe stattfand, [bei der Baumeister John (als Architekt) aus Löbau die Schlüssel an den Schulvorstand übergab und Schulrat Schütze die Festrede hielt.].
(S. dazu diese Zeitungsmeldung)



Von 1926 bis 1945 war hier der bekannte Ortschronist und Volksschullehrer Martin Müller tätig, (der 1960 ausführlicher dieses zum Schulneubau schrieb).
Im 2. Weltkrieg sind die Lehrer Brückner, König und Mühlpfort gefallen. Wie es Lehrer Schneider und anderen zum Kriegsende erging, ist auch hier bei H. Marschner zu lesen.
Ab dem Jahr 1951 gab es auch eine regelmäßige Schulspeisung für die Kinder. Nach der Schließung der Naundorfer Schule 1952 besuchten alle Kinder von da an die Gaußiger Schule.
Die Grundschule wurde 1959 zur zehnklassigen Oberschule erweitert.
Hier eine Schilderung der Schulverhältnisse von 1963 durch den damaligen Direktor Spychala.
1969 bekam sie ein Stück Land an der Friedhofsmauer zur Nutzung als Schulgarten zur Verfügung gestellt, weil auf dem bisherigen Gelände neben der Schule ein Schulerweiterungsbau wegen der immer größer werdenden Anzahl von Kindern errichtet werden sollte. Für diesen Anbau für die Schüler der Klassen eins bis vier mit Hortbetreuung und zwei Fachräumen für die oberen Klassen war am 1.September 1971 die Schlüsselübergabe. Noch im selben Jahr schloss die Schule in Dretschen, von da ab kamen nun auch die Schüler aus Dretschen nach Gaußig.
Eine neue Telefonanlage und vorübergehend eine Zahnstation wurden in der Schule 1973 eingerichtet.
Am 28.November 1986 fand die Namensverleihung in "Georg-Schumann-Oberschule" statt.

(1986 richtete die Ausbildungsgemeinschaft landw. Betriebe das erste Computerkabinett ein.
1991 spendierte eine Ulmer Schule nicht mehr benötigte Geräte - sie sind hier eine technische Neuerung.)


1991 erfolgte im Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Veränderungen die Trennung in eine Mittel- und eine Grundschule.
Eine weitere Verbesserung des Unterrichtes war die Übergabe der Sporthalle, die am 30.Oktober 1993 erfolgte. Es dauerte 65 Jahre, bis der Wunsch nach einer Sporthalle für Gaußig erfüllt werden konnte. Den langen Weg dahin schildert folgender Beitrag.

1996 wurde die staatliche Mittelschule in Gaußig geschlossen. Ab September 1998 wurde sie als evangelische Mittelschule (und ab 2004 auch die Grundschule) durch den Evangelischen Schulverein weitergeführt.
So stellt sich das Schulzentrum im Internet vor.

 

[Schulleiter

 vor 1945 -
1946 -
1950 -
1951 -
1951 - 1953 -
1953 - 1957 -
1957 - 1965 -
1965 - 1966 -
1966 - 1970 -
1970 - 1980 -
1980 - 1991 -
1991 - 1996 -
1991 - 2002 -
2002 - 2004 -
Herr Thar
Herr Körbsch
Frau Koch
Herr Dufweg
Herr Viehweg
Herr Altmann
Peter Spychala
Otto Kretschmar
Erich Wenk
Horst Döring
Gert Lehmann
(Schließung der Mittelschule) Gert Lehmann
Christa Wotte Grundschule
( Schließung als staatl. Grundschule) Frau Carl]

 

Der Kindergarten

(In der Gemeinde Gaußig wurde 1939/40 erstmals ein Kindergarten eröffnet, welcher sich wohl bis 1943 im Rittergut befand, hier Bilder aus dem Album der Ruth Gräfner, Kindergärtnerin von Mai 1941 bis 1943). Ab April 1943 betreute auch Frau Anneliese Bjarsch, verh. Erbe (*1928 2013), die Kinder. In den letzten Kriegsmonaten kam dann Frau Elfriede Katzer, verh. Hilger, hinzu, die gemeinsam mit Frau Erbe den Kindergarten in der ehemaligen Kegelbahn des Gasthauses Stiebitz, Medewitzer Str.,leitete.
Nach dem Kriegsende, von Juni 1946 bis Oktober 1947, war es ein "Erntekindergarten" (Sommersaison).
Im Mai 1951 wurde dann ein neuer Kindergarten in der ehem. Gemischtwarenhandlung und Gaststätte Fischer in Golenz eröffnet.

Als die Kapazität des Golenzer Kindergartens nicht mehr ausreichte, baute man in Gaußig einen neuen Kindergarten. Die neue Kindereinrichtung wurde 1985 mit einer Einweihungsfeier eröffnet. (2003 wurde statt einer Sanierung des asbestbelasteten Gebäudes ein Ersatzneubau an gleicher Stelle errichtet.
Schulen, Horte und Kindergärten waren bis 1991 staatliche Einrichtungen in kommunalen Gebäuden. Ab diesem Jahr werden nur noch die Lehrer staatlich (Land Sachsen) angestellt, die Hortnerinnen und Kindergärtnerinnen von der Kommune. Die Elternbeiträge stiegen drastisch. So wurde für einen Kindergartenplatz ab Sept. 1991 der Elternbeitrag auf 92,50 Mark angehoben, für die Hortbetreuung werden 35 Mark verlangt.)

 

Die Gemeindeverwaltung

 Gaußig wurde 1839 nach der Sächsischen Landgemeindeordnung von 1838 eine selbständige Gemeinde. Davor waren die Bewohner und die dazugehörigen Ortschaften dem Besitzer zu Erb- und Naturalzins und zu Frondiensten verpflichtet und standen unter dessen Eigentumsrecht und Gerichtsbarkeit.
Mit der Eingemeindung von Ortsteilen, der letzte (Naundorf) kam 1994 hinzu, bildete sich die Großgemeinde Gaußig. Diese schloss sich 1999 mit der Gemeinde Gnaschwitz-Doberschau zusammen und bildet von da ab die Gemeinde Doberschau-Gaußig.
 
 

Einwohnerzahlen

Bürgermeister
 1777
1834
1861
1890
1919
1925
1939
1946
1996
5 Gärtner, 30 Häusler
424
456
549
601
669
944
1187
653 (mit Günthersdorf)
April 1839 - Dezember 1844 -
Januar 1845 - April 1847 -
Mai 1847 - März 1849 -
April 1849 - Februar 1854 -
März 1854 - Dezember 1898 -
Januar 1899 - November 1911 -
November 1911 - Juni 1945 -
Juni 1945 - Juni 1946 -
Juli 1946 - September 1946 -
Oktober 1946 - März 1947 -
Johann Christian August Rothe
Johann Gottfried Heber
Heinrich August Hähnel
Johann Traugott Benofsky ( 1854)
Karl August Steudner
Karl August Pietsch (* 1859 1932)
Richard Jatzke (*1882 1971)
Johannes Hoffmann (*1911 2008)
Ewald Sieber
Otto Urban
 Klein-GaußigMärz 1947 - Dezember 1950 -Paul Kotte
 1834
1871
1890
1939


1885
79
88
73
78


41 Sorben
Januar 1951 - Mai 1955 -
Juni 1955 - März 1965 -
April 1965 - Dezember 1973 -

Januar 1974 - Februar 1988 -
März 1988 - Februar 1990 -
März 1990 - Mai 1990 -
Juni 1990 - 1999 -
Curt Lindner
Herbert Grosche
Manfred Mutscher (weitere Kandidaten
waren Sauer, Hille, Matthes, Kroschwald)
Helga Döring
Siegrid Wobst
Adam Weltsch
Hans-Peter Pahler
  (Nach den ersten freien Wahlen 1990 nach langer Zeit gab es folgende Gemeinderäte:
aus OT Arnsdorf: Herr Schulz, Herr Fahnauer
aus OT Diehmen: Herr Moh, Herr Thunig
aus OT Drauschkowitz und Brösang: Herr Mickan, Herr Gerber
aus OT Gaußig, Günth. und Golenz: Frau Mibs, Herr Dr. Schulz, Herr Pötschke (Stv. Bgrmstr.)

    Herr Körner, Herr Lehmann, Herr Ramke, Herr Winkler, Armin, Herr Dr. Haberlah
 aus OT Katschwitz: Frau Grocholl, Herr Schwabe
aus OT Zockau: Herr Löhnert, Bertram)

 
 

Amtsgebäude

Bis 1945 war die Amtsstube unter Bürgermeister Jatzke in seinem Wohnhaus (Naundorfer Straße 6), wie zuvor auch jeweils in den Wohnungen der Bürgermeister.
Bis 1992 befand sich die Gemeindeverwaltung in dem ehemaligen Rentamtgebäude (Rentamt: Gräfl. Finanzverwaltung, Abgabenstelle; erbaut 1902/03). Ab 1992 kam die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit anderen Mietern in das neu errichtete
 

... Mehrzweckgebäude

Das Mehrzweckgebäude wurde nach mehrjähriger Bauzeit im Jahr 1992 fertiggestellt. Die Gemeindeverwaltung zog in die obere Etage. Weiterhin waren noch die Sparkasse, die Poststelle (Ende 1994 mit Quelle-Agentur Karin Förster, die Gemeindeschwesternstation im Kellergeschoss) und der Frisier- und Kosmetiksalon (von Ute Grocholl) eingezogen. Nach der Gemeindegebietsreform 1999 war das Obergeschoss verwaist. 2004 bezog die Feuerwehr hier Verwaltungs- und Schulungsräume, im Keller Materiallagerräume und in einem Anbau eine Fahrzeughalle. Im Jahre 2000 zog die Sparkasse aus (siehe auch dort) und Frau Scholze mit ihrem Kosmetiksalon ein.
 
 

[Die Polizei


1908-1913 Julius Mätzig bei Hille
1918-1928 Karl Gustav Haufe (*1.5.1867, 22.12.1944)
1945 Pröger; Mühle, Katzer, Fischer und Wehs als unbewaffnete Ortspolizisten]


(ABV (Abschnittsbevollmächtigte) der Volkspolizei:
u. a. Pätzold, Wagner. Der letzte bis 1990/91 war Herr Siegfried Birke (*24.7.1934, 8.12.2013).

Nachtwächter

Den Posten als Nachtwächter versah als letzte Frau Müller, Vorfahrin des aus gleichem Hause stammenden Malers Conrad Felixmüller)
 
 

Das Armenhaus

 Das Haus ist vom Kleingärtner Kluge um 1844 als Ausgedinge erbaut worden. Im Jahr 1855 hatte die Gemeinde das Gebäude, welches sich im Keildorf in Kleingaußig befand, gekauft. So mancher Bürger fand Obdach in diesem Gebäude, das als Armenhaus diente. 1932 wurde vom Gemeinderat beschlossen, das Armenhaus an Herrn Alfred Voigtländer zu verkaufen. (Dieses später leerstehende Haus wurde 1997 abgerissen, schon Jahre zuvor ist daneben vom Enkel Uwe ein neues Wohnhaus errichtet worden.)
 
 

Technische Ortsentwicklung

  (Einiges dazu wird auch in den anderen Abschnitten dieser Chronik erwähnt.
Bei Martin Müller liest man Folgendes zur Elektrifizierung und zur Verkehrsentwicklung.
Hier noch etwas von ihm zum Straßenbau und Wasserversorgung.)
 
 

Wohnen in Gaußig

  (Eigenheime und größere Häuser für Gutsarbeiter sowie Häuser mit Gewerbefläche prägen das Ortsbild. Größere Bauerngehöfte entstanden wegen des Gutes nicht. Wohnungsknappheit entstand nach 1945 durch Umsiedler und bis in die 1990er Jahre durch fehlende Investitionen, insbesondere durch Materialknappheit.
Auf vielen Grundstücken gab es keine Möglichkeit zum Bau von Garagen für Mieter. Deshalb bildete sich 1985 eine Garagenbau-Gemeinschaft, der die Gemeinde ein Baugrundstück zuwies und 1986 insgesamt 9 Garagen gebaut wurden.

  Am 17.7.1991 kauft Gemeinde Feld (ca. 9 ha) an der Feldscheune von der Treuhandanstalt, um Mischgebiet aus Gewerbe und Wohnungsbau zu erschließen. 1993 Bebauungsplan fertig, 1996 Beginn der Erschließung durch BauCom GmbH Auritz auf 2 ha.

1993 beginnen die Planungen für den Wasserleitungsbau, Abschluss 1995)


[Kläranlage "Mittleres Schwarzwasser":
Die Kläranlage entstand unterhalb der sog. Wassernot am Gaußiger Wasser. Baubeginn war der 12. September 1994. Am 01. Dezember fließt das erste Abwasser der Familien Weißig und Haberlah in die Kläranlage.]