LogoHeimatverein Abschnitt zu Handel, Handwerk und Dienstleistungen aus der
Chronik von Gaußig
Chronik der Gemeinde Gaußig bis ca. 2000, erstellt von Frau Thunig und Herrn Mibs,
(spätere Ergänzungen durch Herrn Erler kursiv und in runden Klammern ( ), solche von Frau Koban in eckigen Klammern [ ]. Ausführungen über die Zeit nach 2004 sind in Normalschrift und betreffen weiterhin nur das Gemeindegebiet Gaußig im Bestand von 1999.

 

Gaststätten von Gaußig

 Auf der "Schenkschen Karte" vom Jahre 1752, die auch die Verhältnisse um 1700 wiedergibt, bezeichnete man Gaußig als Dorf u. a. mit einem Gasthof oder Wirtshaus. Wann ein Gasthof errichtet wurde und wann er seine Konzession erhielt, ist nicht mehr nachweisbar.
 

(Der Gasthof zu Gaußig) - die Parkgaststätte

  Mit einem Klick auf die kleinen Bilder werden sie vergrößert.

Der Gasthof, der später Parkgaststätte genannt wurde, ist wahrscheinlich der älteste und war auch lange der einzige im Ort.
Eine wichtige Rolle spielte der Gasthof in früherer Zeit auch als Ausspanne für auswärtige Gottesdienstbesucher, dafür waren dort drei Pferdeställe vorgesehen.


Hier Episoden zum Gasthof.
Man nutzte die Gaststube 1848 zur Gründung einer Communalgarde . S. hier Näheres zur Communalgarde)
Mit dem stark zunehmenden Vereinswesen wurde ein Saal 1867 an den Gasthof angebaut. Im Jahr 1939 kaufte Familie Mager die Gaststätte von der Brauerei Bautzen ab. (Über die Ursache der Zwangsversteigerung des Vorbesitzers Nitschmann schreibt Martin Müller Folgendes.
Bis in die 1950er Jahre wurde im Biergarten ein Maibaum errichtet und der "Maikönig" gekürt.)
1957 verkaufte sie das Gebäude mit Gaststätte und Saal an die Gemeinde weiter.
(S. dazu einen Erlebnisbericht von Gertrud Mager).
Ab 1960 übernahm der Konsum die Bewirtschaftung von dem Gasthof. 1968 Aufzug für ca. 25000 M eingebaut.
Am 31. Dezember 1991 wurde das Betreiben der Gastwirtschaft von der Ostsächsischen Gaststätten GmbH eingestellt und dem letzten Pächter-Ehepaar Heinz (Sohn von Gertrud Mager) und Adelheid (Heidi) Mager gekündigt.
1992 verkaufte die Gemeinde den Gasthof an die Unternehmer Beutel und Paul, die ihre Vorstellungen von der künftigen Nutzung 1994 hier formulierten.

 

Restaurant & Café Kusch

Die erste Nachricht über das Gasthaus stammt aus dem Jahr 1812, darin erhielt der damalige Besitzer die Konzession zum Ausschank und zum Brennen von Branntwein. Ab 1862 war dem Krämer Joh. Gehring die Konzession zum Betreiben des Bierausschanks vom Königlichen Gerichtsamt in Bautzen erteilt worden.
Ein weiterer Besitzer dieser Gastwirtschaft war Max Kasper, der sie "Schützenhaus" nannte und auch auf dem Gelände hinter dem Haus einen Schießstand errichtete und die ehemalige Scheune zum kleinen Saal umbaute. (Im Hause betrieb er auch die Schloss-Drogerie.) Von ihm wechselte die Wirtschaft 1935 in den Besitz von Wilhelm Hesse (*1906, 1987) über, der sie später "Sportlerheim" nannte. Siehe dazu Bemerkungen von seinem Sohn Dietmar.
1939 wurde hier die Freiwillige Feuerwehr gegründet.
Andreas Kusch kaufte das Anwesen an der Kirche und eröffnete es 1972 als "Restaurant seit 1812". Er baute es 1980 zu einer Speisegaststätte um und schaffte auch 1991 mit einem Umbau des ehem. Friseursalons Kassubek die Voraussetzungen für ein Café. (S. a. Artikel in den Gemeindenachrichten 1991/12
Das Lokal ist leider seit 2004 geschlossen.)

 

Sportlerheim im Park

1979 wurde das Sportlerheim am Sportplatz vom Sportverein errichtet und mit Gaststätte eröffnet. Die Gaststättenleitung übernahmen bis 1990 Klaus und Regina Ramke, (ab 1991 eine Zeit lang André Herbrig aus Wilthen). Das Sportlerheim wird (seit 2003 bis 2013) von Rita Kurze weitergeführt.

 

Gastwirtschaft Artillerie-Trompeter, Medewitzer Str. 9

Im Jahr 1900 erhielt der Böttcher Albin Stiebitz die Konzession für eine Gastwirtschaft mit Kegelbahn. Sie nannte sich "Restauration zum Sächsischen Artillerie-Trompeter". Albin Stiebitz stellte auch mit Jugendlichen eine Kapelle auf. S. dazu im Bericht von Richard Kästner nach.
In den Jahren nach 1945 wurde der Betrieb der Gastwirtschaft eingestellt (kurze Zeit war hier sogar der Kindergarten).

 

Schänke in Klein-Gaußig, Neue Str. 13

In Kleingaußig gab es eine Schänke, über sie sind aber keine Entstehungsdaten bekannt. Die Gastwirtschaft bestand bis 1906. Dieses Haus steht heute (2013) immer noch und wird von Rudolf Berndt bewohnt.

 

Getränkeoase und Gartenstübel Ramke: (Am Weinberg 4)

 Getränke- und Schmierstoffhandel ab Februar 1992.
Ein Biergarten wurde 1993 geschaffen. Gästezimmer im Haus.
"Gartenstübel" mit Biergarten ca. 25 Plätze innen, 30 draußen.

 

Spielelokal Handrik

Nach dem Erwerb des Gebäudes nach 1990 Medewitzer Straße 8, Abzweig Rieglitz, richtete Robert Handrik hier ein Spiellokal mit Bierstube ein. Nach seinem frühen Tode wurde es nicht weitergeführt.

 

(Landgasthof Buckan, Medewitz

S. dazu die Vorstellung in GN Febr. 1992. Medewitz ist zwar kein offizieller Ort der Gemeinde, aber vielfältig mit Gaußiger Geschichte und Gegenwart verwoben (Kirche, Schule, Gut)).

 

Gastwirtschaft und Geschäfte Schneider, Naundorfer Str. 2


[1862 gibt es auf diesem Grundstück einen Kramerladen von Friedrich Noack.
Im Jahr 1871 brannte das Gebäude nieder. Der damalige Krämer war Friedrich Hermann Kirschner. Nach dem Brand wurde das Haus neu aufgebaut. Im 2. Stockwerk waren die Räume als Fremdenzimmer gedacht, aber bald als Wohnungen verwendet.
Einige Besitzer des Gasthauses und der Krämerei waren: Johann Richter, sein Sohn Heinrich Richter, nach dessen Tod seine Frau Marie Richter bis 1899. Johann Schneider erwarb 1901 den Gasthof mit Kegelbahn, sein Sohn]
Karl Schneider erhielt 1920 eine Schankkonzession und eröffnete in Gaußig die "Gastwirtschaft Schneider" (Hausaufschrift: Restauration - Materialwaren Handlung). Dort fanden in der Gaststube zu der Amtszeit von Bürgermeister Jatzke (1911-1945) auch die Gemeinderatssitzungen statt.
Nach 1945 wurde das Grundstück enteignet (politischer Hintergrund) und ging in die Hände der Gemeinde über, wobei Karl Schneider weiterhin dort Gaststättenleiter blieb. Ab 1961 blieb die Gastwirtschaft geschlossen. In diesem Haus wurde später ein Gemüseladen von seinem Sohn Heinz (*1922 2002) und von dessen Frau ein Konsum-Haushaltswarenladen eingerichtet.

 

Handel in Gaußig

 

Die Jahrmärkte in Gaußig

 Graf Keyserling, der Gaußig und Crostau 1750 erworben hatte, bekam auf sein Bitten vom König zwei jährliche Jahrmärkte in Crostau genehmigt. Sein Sohn bat 1766 um die Verlegung dieser Vieh- und Jahrmärkte nach Gaußig. Durch den Verkauf von Gaußig an den Freiherrn Peter Riaucour wurde sein Gesuch nicht genehmigt. Graf Andreas Riaucour erneuerte dieses Gesuch, welches er 1776 genehmigt bekam. Einer dieser Jahrmärkte, die jährlich im Herbst stattfanden, war Ende des 19. Jahrhunderts weggefallen. Bis 1925 wurden die Märkte auf dem Platz um die Kirche ausgerichtet. Danach verlegte man den Markt auf den Platz beim alten Spritzenhaus gegenüber der Töpferei. Vor dem 2.Weltkrieg waren die Märkte sehr umfangreich. So gab es an die 80 Verkaufsbuden und an die 30 Stände. Die Luftschaukel und Karussells wurden auf der Wiese zwischen der "Restauration zum Sächsischen Artillerie Trompeter" und der Töpferei aufgebaut. Nach 1945 fanden Märkte nur sporadisch statt (Warenknappheit) und ab 1963 fanden dann keine Märkte mehr statt. (S. dazu auch bei Martin Müller nach)

 Geschäfte im Haus Nr. 28 (Naundorfer Str. 2) siehe oben bei Schneider

 Konsumgeschäfte, die 1963 (Jahr der Erfassung durch M. Müller) bestanden (und was daraus wurde):
- Lebensmittel im Hause der ehem. Cigarrenfabrik Steglich (war schon vor 1945 ein Konsum-Geschäft; neben Bäckerei Erbe, Leiterin Fr. Jahns, nach 1975 staatl. Zahnarzt-Praxis (Dr. Schubert, später Dr. Weißig, danach Spiellokal der Fam. Handrik).
- zwei Textilläden, (Naundorfer Str. 5, (früher hier [Warenhandlung von Emma Böhme bis 1908, später] Lebensmittel u. a. bei Alfred und Ingeburg Pietsch und Naundorfer Str. 11, Haus Hille/Post, Leitung Fr. König, Verk. Frau Thunig, später Frau Richter)
 - Schuh- und Lederwaren (mit in Wolfs Laden, Verk. Frau Karla Müller
- Industriewaren (bei Schneider, Naundorfer Str. 2)
- Während der Sommermonate eine Eisdiele (früher Friseur Hensel auf Grundstück Schneider, extra Gebäude, stand bis 2004 direkt vor Haus Nr. 1, Medewitzer Str.)
- eine Fleisch- und Wurstwaren-Verkaufsstelle (Kirchplatz, ehem. Weidner; als Fleischer tätig Manfred Noack, später Filiale von Völkner, Btz.; ab April 1991 private Fleischerei Gunter Clauß.
 Außer Konsum-Vst. gab es 1963 noch
- das Kommissions-Geschäft Schneider für Lebensmittel und Gemüse,(s. oben)
- Wolfs Lebensmittel-Geschäft, nach 1969 bis 1973 unter KONSUM-Leitung (An der Kirche 4, s. auch bei Sattler Wolf) und ...
... die Drogerie zum Schloss

Auf dem Grundstück der letzten Drogerie, Medewitzer Str., (Vorläufer-Geschäft im Schützenhaus unter Max Kasper) befand sich bis 1938 eine Schuhmacherei, welche damals Herr Müller betrieb. Herbert Sonntag, der die Geschäftsräume 1938 gepachtet hatte, eröffnete dort mit seiner Frau die "Drogerie zum Schloss". Die Drogerie führte er, nur mit kurzer Unterbrechung während des Krieges, bis 1978.
Unterstützt wurde er im Geschäft von seiner Frau und der Tochter Ulla. Aus Zweckmäßigkeitsgründen und zur besseren Warenbereitstellung schloss er mit der HO Bautzen einen Kommissionshandelsvertrag ab. Seine Tochter, die als Fotolaborantin und Drogistin mit im Geschäft tätig war, übergab die Drogerie 1978 zur allgemeinen Weiterführung.
Der ausgebildete Drogist Volker Thiemann übernahm 1979 nach 17-jähriger Tätigkeit in der HO-Zentraldrogerie in Bautzen die "Drogerie zum Schloss". Zu dem Drogeriesortiment gehörten u.a. Farben,Lacke, Kosmetika, Pharmazeutik, Haushaltchemie, Sämereien, Spirituosen, Kunstgewerbe und Presseerzeugnisse.
Nach dem Weggang von Volker Thiemann aus Gaußig übernahm Frau Veronika Viertel das Geschäft. Sie hatte bereits eine Verkaufsstelle (Geschenke/Konfektion) im Wohnhaus Viertel, Naundorfer Str. Nach den Renovierungs- und Umbauarbeiten konnte das Geschäft auf der Medewitzer Straße 5 in Gaußig am 15.04.1996 eröffnet werden (aber 2009 wieder geschlossen. S. auch Interview von 2003 in den Gemeindenachrichten).

 Weitere Verkaufsstellen nach 1963
1973 konnte in Frenzels ehem. Bäckerei eine Selbstbedienungs-Verkaufsstelle für Lebensmittel öffnen. Das eigentliche Geschäft war im Hinterhaus, Eingang am Pfarrweg.
( Hier die Meldung in der SZ.)
1975 zogen Textilien von der Naundorfer Str. auf den Kirchplatz in Wolfs ehem. Laden um, Schuhe und Lederwaren kamen auf die Naundorfer Str. (Am 15.6.1991 eröffnete Heide-Marie Leinert im ehem. Textil-Konsum ihr eigenes Schuh- und Lederwaren-Geschäft und führte es bis 2005.)

[Einkaufs-Eck Erika Mibs, Seitschener Str.1
Am 06. April 1991 eröffnete Frau Erika Mibs ihr Einkaufs-Eck. Sie bot (bis 2009) Textilien/Geschenkartikel, Seidenblumen/Kosmetik und Schreibwaren/Zigaretten an.]

 

Handwerk in Gaußig

 Bis 1963 aufgegebene Handwerksbetriebe
 1. Lauke, Max - Sattler - Naundorfer Str. 4; ohne Nachkommen verstorben.

2. Wolf, Friedrich - Sattler - Sohn verstorben, die Töchter verpachteten die Werkstatt einige Jahre noch, s.u.

3. Stiebitz, Albin - Böttcher - (Gastwirt Art. Trompeter, s. o.), starb ohne männliche Nachkommen.
4. Biesold, Paul - Stellmacher - Naundorfer Str. 7; nach seinem Tode von verschiedenen Pächtern weitergeführt, [u. a. Gustav Thiel von 1950 bis 1958]
1963: Öffentliche Waschanstalt in ehem. Stellmacherei Biesold bei Familie Schneider: 2 Waschkessel (Kohlefeuerung), 4 Waschmaschinen, 2 Schleudern. Maschinenstunde kostete 4,80 M. (1991 kostete 1 Std. Wäschemangeln 2,- DM)
  5. Hille, Oskar - Schneider (s. u.)

6. Zimmermann - Uhrmacher - Sohn führte den Beruf nicht aus und verzog nach Demitz.

7. Knizak, Josef - Schneider - Medewitzer Str. 9, verstarb 1963

8. Miersch, Richard - Tischler

[9. Hensel, - Frisör - Medewitzer Str., vor Nr.1, auf Grundstück Heinz Schneider, später Bücherei, (Haus ist 2004 abgerissen worden)

10. Bergmann, Moritz - Maschinenbauer bis 1887- Kleingaußig

11. Emmelich, Carl - Schmied - Kleingaußig

12. Otto, Oskar - Besenbinder - Gaußig, Medewitzer Str. 3 (Grundst. Schwager)


13. Kutschke, Johann (*1891 1974) - Fuhrbetrieb - Am Weinberg 2]

 Aufzählung der Handwerker in Gaußig im Jahre 1963


1. Henker, Walter - Tischlerei - vom Vater übernommen (s. u.)

2. Förster, Alfred - Spezialist für Kühlanlagen, Naundorfer Str.15

3. Pöthig, Martin - Schuhmacher - Medewitzer Str. (Drogerie). Nachfolger von Müller, Oskar, [fertigte und reparierte Schuhe mit seinen Mitarbeitern Alfred Lachmann und Waldemar Mitschrich bis 1975.]

4. Erbe, Helmut - Bäckerei - Nachfolger von Bjarsch - Teich (s. u.)

5. Frenzel, Georg - Bäckerei (s. u.)

6. Kassubek - Frisör - Umsiedler aus Schlesien, Familienbetrieb, zuerst tätig in seiner Unterkunft im "Schießhäusel" auf der Wiese des Gasthofs

7. Lange, Richard - Schmiede - , An der Kirche (s. u.)

8. Kothera, Oskar - Tischlerei - Günthersdorfer Str. 8, Nachfolger von Heinrich Schmidt, der sie wegen Krankheit nur kurze Zeit betreiben konnte [nach 1975 betrieb Friedrich Schmidt im Nebenerwerb die Tischlerei]

9. Pietsch, Walter- Klempner und Elektriker - Nachfolger von Pietsch, Karl, seinem Vater (s. u.)

10.Garten, Horst - Klempner und vor allem Elektriker, Nachfolger von Georg Pietsch, seinem Schwiegervater (s. u.)

11.Hofmann, Hans - Werkstatt für Fahr- und Motorräder

12.Bergt, Walter - Schmied - Schmied waren auch sein Vater und sein Großvater (s. u.)
13.Fischer, Carl - Töpferei - Betrieb an Sohn Werner übergeben (s. u.)

 Vorstellung der Unternehmen:

  Bäckerei Frenzel
 In einer Zeitungsnachricht von 1802 ist von einem Bäcker Richter die Rede. Dies ist die erste nachweisliche Erwähnung einer Bäckerei.
1830 ist einem Bäcker Dietrich das Haus abgebrannt, s. Zeitungsmeldung.Vier Tage später steht schon der Dank an die Helfer in der Zeitung.
Es ist bloß nicht ganz sicher, ob diese Nachrichten dieser oder der anderen Bäckerei zugeordnet werden müssen, die an der Medewitzer Straße steht.
Dafür betrifft diese Meldung von 1828 ganz sicher die Bäckerei an der Kirche:

Johann Traugott Frenzel, der Großvater des letzen Inhabers Georg Friedrich Frenzel, betrieb in Bautzen Seidau eine Bäckerei mit Landwirtschaft. 1872 verkaufte er diese und erwarb die Bäckerei mit Landwirtschaft in Gaußig, wo zuvor auch ein Arzt (Medicus Rothe?) im Gebäude praktiziert haben soll. Zu der Zeit gab es an dem Gebäude ein Verkaufsfenster für Bonbons, das Brot hingegen wurde im Hausflur verkauft. Das Fenster war der einzige Fassadenschmuck, denn es gab kein Schild, was auf die Bäckerei hinweisen würde. Die Ware wurde zu einem erheblichen Teil mit dem Pferdewagen in die umliegenden Dörfer gefahren(s. a. GN 4/2010). Sein Sohn Johann August Frenzel erlernte auch das Handwerk als Bäckermeister und kaufte 1901 die bis dahin mit dem Vater betriebene Bäckerei und die dazugehörige Landwirtschaft. 1925 modernisierte und vergrößerte August Frenzel die Bäckerei, die Felder hingegen wurden verpachtet. Er ersetzte den Pferdewagen 1934 durch einen Opel-Lieferwagen.
Durch die 1928 durchgeführte Modernisierung und Erweiterung des Ladens kam eine Kaffeestube hinzu. Man nannte die "Butter-Bäckerei" jetzt "Feinbäckerei", den "Café Schank" jetzt "Kaffee".
Zu dieser Zeit gab es für die Dienstmädchen, Gesellen und Lehrlinge keine Stundenbegrenzung der Arbeitszeit, sie arbeiteten gemeinsam mit den Dienstherren von früh bis spät. So gehörte es zum Miteinander, dass gemeinsam in der Küche gegessen wurde. Georg Frenzel (*1902 1989), der 1919 ausgelernt und dann jahrelang in der Bäckerei des Vaters mitgearbeitet hatte, legte 1930 die Meisterprüfung ab. Er ersetzte auch den altdeutschen Backofen gegen einen modernen Dampfbackofen. Georg Frenzel übernahm 1938 pachtweise die Bäckerei, bis er ab 1942 Eigentümer von ihr wurde. Um die 1950er Jahre kam die Eisherstellung zu Jahrmärkten und Festen auf. Die dabei benötigte Kälte erzeugte man mit Stangen-Eis und Viehsalz. Das Eis wurde im Winter aus dem Kirchteich gehackt und in einem Kellerverschlag gelagert. Am 31.12.1970 wurde die Bäckerei geschlossen und Herr Frenzel trat in den Ruhestand.
Die Backstube baute der Konsum zu einer Verkaufsstelle aus und eröffnete diese 1973. Im März 1993 wurde die Konsumverkaufsstelle geschlossen.

Sattlerei Wolf
  Der Sattlermeister Friedrich Wolf kaufte 1899 die ehemalige Kirchschule neben dem Pfarramt, welche 1860 erbaut worden war, und eröffnet dort eine Sattlerei sowie ein Lebensmittelgeschäft, [das die Geschwister Wolf bis 1969 weiterführten. 1927 erhielt Gerhard Förster von ihm dieses Zeugnis.
Die Sattlerei wurde zu einer KONSUM-Schuhverkaufsstelle, das Lebensmittelgeschäft zur Textilwaren-Verkaufsstelle.
Von 1991 pachtete Frau Heide-Marie Leinert die Geschäftsräume für ihr Schuh- und Lederwarengeschäft bis 2005. ].

Die Puschermühle
 (altsorb.: Brand-Mühle) Das Rittergut Großseitschen hatte die "Mühle zu Puscher" im Jahr 1564 errichten lassen. Diese wurde durch das Gaußiger Wasser getrieben. Um 1919 ist Herr Feurich der Besitzer gewesen. [1864 war Carl Traugott Haaser Betreiber der Mühle. Von ihm übernahm Herr Robert Wilhelm Feurich die Mühle. Im Jahr 1936 kauften Paul und Martha Preusker die Mühle.] Vor 1923 schnitt die Mühle Bretter und mahlte Getreide, bis 1976 wurde dann in ihr nur geschrotet.

Mühle in Klein-Gaußig
 Die Mühle ließ Graf Keyserling(k) um 1760 erbauen. Über Wechsel der Besitzverhältnisse gibt es Unklarheiten. Man weiß von den Besitzern Heber, Haaser und Wilhelm Kästner. Vom Letzteren kaufte (wann?)die Grafschaft die Mühle zurück für 10000 Thaler, vor allem wegen der Felder, um Industrialisierung zu verhindern, meint Chronist M. Müller. Bis 1945 befand sich am Südgiebel das Keyserlingsche Wappen, welches törichterweise als Zeichen des Feudalismus nach ´45 entfernt wurde. Der dazu gehörende Mühlteich in Günthersdorf besteht heute noch, die Mühle dient als Wohnhaus.

Schmiede Lange
 Die Schmiede war früher eine gräfliche Schmiede, dann freigekauft. Vor 1900 befand sich die Schmiedewerkstatt nebenan auf der Fläche des 1902/03 erbauten Rentamtes. Zur Entstehung der neuen Schmiede und des Rentamtes wurde Folgendes in Erfahrung gebracht.
Schmiede waren 1879 August Neumann, [ 1899 Clemens Schöller, 1913 Clemens Schäl]).
Richard Lange führte seine Schmiede für Hufbeschlag und landwirtschaftliche Maschinenreparatur bis 1967, danach wurde sie stillgelegt.
In den 1970er Jahren wurden hier Propangasflaschen getauscht, später übernahm diesen Service Frank Rakel, Neue Str.

(Steinbrüche, Steinmetze

Viele Gaußiger, teils im Nebenerwerb, waren in den umliegenden Steinbrüchen tätig.
1840 wurden auf dem großen Jungfernstein (Naundorfer Flur), von Ackermann aus Gaußig und Heide aus Tröbigau, am Tröbigauer Berge, ständige Bruchstätten errichtet und damit der Grund zu dem heutigen blühenden Steinbruchgewerbe am Klosterberg gelegt. (Aus Unsere Heimat - Beilage zum Sächsischen Erzähler vom 6.7.1936)

s. a. Sonderdruck der Gemeindenachrichten 1991.
Der berühmte Steinmetz Steffan Briccius ist vielleicht ein Gaußiger gewesen, s. dazu hier. Richard Kästner gründete den Steinbruch am Picho. Sein eigener Bericht dazu hier).

Maßschneiderei,
- Oskar Hille(*1890 1960), schneiderte auch Uniformen und nähte Konfektion zum Verkauf im eigenem Laden - Naundorfer Str.11. Geschäftsgründer war sein Vater Alwin, der 1898 das Haus erbaute. Im Nebenerwerb betrieb er bzw. seine Frau im Haus die "Kaiserliche Postagentur"/Deutsche Post, auch mit Postpferde-Ausspanne. Enkel Fritz führte den Betrieb nicht weiter.
(Schneidermeister Willi Holtsch aus Diehmen war Lehrling hier.)

(Strickvereinigung
 In der Zeit großer Arbeitslosigkeit nach 1945 war die 17-jährige Lieselotte Dittrich (Lilo Burkert) mit einigen weiteren jungen Leuten in einer Strickerinnengemeinschaft. Leiterin der Gaußiger Gruppe war Frl. Schulze, spätere Frau Brzibohaty. Arbeitgeber war die Werkgemeinschaft Jugendfreunde der Organisation Freie Deutsche Jugend (FDJ).)

 Klempner Pietsch - Elektriker Garten




1890 gründete Klempnermeister Karl Pietsch (* 1859 1932) seinen Betrieb in Gaußig und war auch noch als Bürgermeister und Fleischbeschauer tätig. (Nach dem 1. Weltkrieg entstand die Firma Karl Pietsch und Söhne (Walter und Georg).
Walter Pietsch (*1897) führte die Firma - auch mit einer Konzession für Arbeiten an Elektroanlagen - weiter bis zu seinem Tode 1979. Im Haus befand sich auch ein Geschäft mit Haushaltswaren und Elektroartikeln und vor dem Haus die auf dem obigen Bild erkennbare Tankstelle.
Nach 1979 übernahm Klempnermeister Schröter einige Jahre die Werkstatt.
Für weitere Details, insbesondere auch zu einer Beschreibung einer handbetriebenen Hauswasserversorgungsanlage hier klicken).
Georg Pietsch arbeitete ab 1928 selbständig in einer kleinen Werkstatt (heutiges Grundstück Vielhauer, Medewitzer Str. 2). 1930 erwarb er von dem Grafen Schall-Riaucour den Grund und Boden für sein Wohnhaus (Günthersdorfer Str. 2), welches er von 1931-33 aufbaute. (Text unter Mithilfe von Bernd Garten sowie Peter Böhmer, Enkel von Walter Pietsch, erstellt.
1953 übernahm der Schwiegersohn Horst Garten (*1916 1986) den Betrieb. Er musste vom Bäckermeister zum Elektromeister umlernen. Bis 1981 führte er den kleinen Elektrobetrieb mit Hilfe seiner Frau weiter. 1982 übernahm Bernd Garten in 4. Generation den Handwerksbetrieb, er gründete zum 01.01.1991 die "Garten Elektrotechnik GmbH".(Am 1.6.2014 übergeben an Sohn Thomas).


Schäferei Gaußig - Schrottaufbereitung



Die nach der Wende nicht mehr vom Gut genutzten Gebäude werden von der Firma Berry-Metall (Schrottaufbereitung und -handel) ausgebaut und genutzt.

Die Schlossgärtnerei
Die als Nebenbetrieb des Rittergutes geführte Gärtnerei wurde vor 1945 von dem Gärtnermeister Hierse betrieben. (Auf dem Gelände am Schloss stehen noch Reste einer Gewächshausanlage, die von der Weltausstellung in Paris stammen).
Ab November 1957 pachtete die Familie Lehmann die Schlossgärtnerei.
1964 übernahm die LPG Günthersdorf die Gärtnerei, Familie Lehmann blieb Pächter. Ab Januar 1991 wird durch Reingard Lehmann die Gärtnerei privat weitergeführt.

Bau- und Möbeltischlerei Henker


Im Jahr 1910 wurde die Tischlerei von Oskar Henker gegründet. Das jetzige Büro war die Werkstatt. Die damalige Produktionspalette ging vom Sarg über Möbel bis zum Fenster. Der Betrieb wurde zweimal erweitert. Alle drei Söhne von ihm waren Tischlermeister. Der Sohn Walter Henker (*1906, 1989) übernahm 1946 die elterliche Tischlerei, welche aufgrund des Kriegsdienstes sämtlicher Gesellen 1942 geschlossen werden musste.
1953 begann Heinz Henker die Lehre im elterlichen Betrieb. 1961 legte er die Meisterprüfung als Bau- und Möbeltischler ab. Danach besuchte er 3 Jahre die Ingenieurschule in Dresden. Diese beendete er 1964 als Ingenieur für Holztechnik.
1972 durfte H. Henker nach langem Tauziehen mit den Behörden die Tischlerei von seinem Vater übernehmen.
Durch die Auflagen der damaligen ÖVW (Örtliche Versorgungswirtschaft) spezialisierte sich der Betrieb hauptsächlich für den Fenster- und Türbau. Im Jahre 1983 durfte Herr Henker durch eine besondere Genehmigung des Kreisbaudirektors die Produktionsräume mittels eines Anbaues erweitern. Seit der Wende produziert die Firma Henker Holzfenster und Türen und verrichtet Innenausbauarbeiten. (Aus Henker, Heinz: Gemeindenachrichten Okt. 1991)


Die Töpferei
1826 gründet Gottfried Leberecht Fischer die Töpferwerkstatt. Dort stellte er Gebrauchsgegenstände für das Schloss und das Rittergut her.
Der Handwerksbetrieb wurde als Familienbetrieb in den nächsten Generationen weitergeführt. Somit kam die Töpferei über Friedrich Ehrenreich und Friedrich Gustav an Carl Fischer, der diese an seinen Sohn Werner weitergab.
Herr Werner Fischer betrieb diese Töpferwerkstatt nun also schon in der fünften Generation. 1961 brannte die Werkstatt und das Brennhaus ab, aber bereits 1963 konnte nach einem Wiederaufbau wieder produziert werden.
Herr Kosmehl übernahm die Töpferei von seinem Schwiegervater und ist somit Töpfer in der 6.Generation. Er legte seinen Facharbeiter ab und absolvierte 1983 eine Meisterausbildung im Töpferhandwerk, nachdem er bis dahin eigentlich als EDV-Diplom-Ingenieur tätig war.(2013)
Ausführliche Vorstellung der Firma in den Gemeindenachrichten 01/1991.
Weiterführung des Handwerks am traditionellen Standort durch Ringo Kosmehl in einem Bericht der Sächsischen Zeitung vom 3. Sept. 2015.

Die Schmiede Bergt, Bautzener Str.8
  (1879 wird im Gemeindebuch der Schmied August Wobst genannt.)
Carl Heinrich Bergt erwarb vom damaligen Büchsenmacher Bauer das Grundstück und eröffnete 1885 die Schmiede für Hufbeschlag und Wagenbau. 1919 übernahm Paul Bergt von seinem Vater den Betrieb. Er führte Landmaschinenreparaturen aus, die aufgrund der Technisierung der Landwirtschaft hinzu gekommen waren. Im Jahr 1959 übernahm Herr Walter Bergt (*1932, 1993) den elterlichen Betrieb als Schmiedemeister. Nach 1972 musste Walter Bergt sich wegen gesundheitlichen Gründen umschulen und qualifizierte sich als Wasserinstallateur. Ab 1991 übernahm sein Sohn Wolf-Karsten den Betrieb (und führte das Handwerk eine Zeit lang fort, 2014 wurde das Grundstück verkauft)..
Ausführliche Vorstellung der Firma

 Bäckerei Teich - Bjarsch - Erbe
1925 übernahm Johann Bjarsch die Bäckerei der Familie Teich. 1960 führte sein Schwiegersohn Helmut Erbe den Betrieb weiter. 1987 übernahm sein Sohn Siegbert Erbe die Bäckerei. Herr Erbe absolvierte eine Lehre zum Konditor. In den Jahren 1979/80 besuchte er die Meisterschule und holte 1986/87 die Bäckerqualifikation nach. Er baute einen neuen Ofen mit Ölfeuerung und brachte die Ladeneinrichtung auf ein modernes Niveau. Weiterhin kamen zur Ausstattung für die Bäckerei neue Maschinen hinzu.

 (Tankstelle
1992 gefeierte Eröffnung einer Q1-Tankstelle unterhalb der Feldscheune. 1998 wieder geschlossen; Sonderbetriebserlaubnis abgelaufen, Investitionen wegen Auflagen für Weiterbetrieb und geringem Umsatz lohnten sich nicht. In der Folge kurzzeitig verschiedene Werkstätten.


 Fahrschule Fabian
Ab April 1990 erst in der Schule, dann 1991 im eigenen Gebäude auf dem Grundstück Mutscher, Neue Straße 6. Hier eigene Vorstellung der Einrichtung in den Gemeindenachrichten vom Febr. 1992. Leider wieder aufgegeben, eine Zeit lang Pension und Café)

Forstservice Waldpflege Harald Schneider
(Auf dem Grundstück war mal das gräfl. Forstamt, danach die Stellmacherei Biesold, später ein Waschstützpunkt mit Rolle. S. dazu hier ).

Architekt Gerold Pötschke
hat seit 1990 sein Büro auf der Neuen Straße 17 (Tätigkeit eingestellt)

 

Dienstleistungen

Die Post
 Die Post in Gaußig befand sich im Gebäude von Herrn Piske, Naundorfer Str. (vormals Hille), bis sie im Juli 1992 in das neu fertiggestellte Mehrzweckgebäude einzog. Schon 1994 machte sich Frau Karin Förster selbständig und führte hier als eine der ersten eine Postagentur im dazu eröffneten Quelle-Shop.
Zur Geschäftsübergabe Ende 2011 s. diesen Presseartikel.

Die Sparkasse
Bereits schon 1928 eröffnete im Oktober die Girokasse Neukirch in Gaußig eine Filiale. Die Sparkasse befand sich anfangs im ehemaligen Laden von Emma Krätschel in dem Haus der Familie Weidner (An der Kirche).
Von 1945 bis 1984 war sie als Zweigstelle der Kreissparkasse Bautzen im alten Gemeindeamt (ehemals Rentamt). Von 1945 bis 1969 war die Zweigstellenleiterin Frau Lorenz (Mutter der späteren Bürgermeisterin Helga Döring), später viele Jahre Frau Ulrike Löhnert aus Günthersdorf.
Auszahlung 1946: "Lt. Befehl 74 S.M.A." (Sowj. Militär-Adm.)
Unterschrift: Lorenz
Handschr. Vermerk: "... Nennung des vereinbarten Kennwortes erforderlich"
  Von 1984 bis 1992 ist die Sparkasse wie die Post im Gebäude von Herrn Piske, Naundorfer Str. (vormals Hille), untergebracht gewesen. Als im Juli 1992 das Mehrzweckgebäude fertiggestellt wurde, zog die Sparkasse auch in dieses Gebäude ein. Ab dem Jahr 2000 befindet sie sich in dem eigens neu gebauten Sparkassengebäude in der Schlossparksiedlung.
(Im April 2004 gibt die Kreissparkasse ihre Filiale in Gaußig auf, nur Geldautomat verbleibt im Gebäude)

  (Versicherungsbüro
 Nach Auszug von Post und Sparkasse 1992 aus dem Haus von Herrn Oliver Piske, Naundorfer Straße, richtete er hier ein Versicherungsbüro ein.

 

Gesundheitswesen


  Ärzte
Gaußig und Göda gehören zu den ältesten Arztdörfern der Lausitz. Noch ist es nicht gelungen festzustellen, seit wann ein Arzt in Gaußig ansässig war. Bekannt ist, dass es früher einen Bader und auch einen Chirurgen im Ort gab, diese waren aber keine Männer mit Hochschulbildung. (Eine Chirurgische Hilfsstation betrieb Julius Grosser in der Bäckerei Teich (s. Schild über der Haustür)).


Bekannte Ärzte waren:
Christian Michael Alberty:

(Schäfer, Chirurgus:




Med. prakt. Rothe:


Doktor Otto:
Er ist der erste, dessen Name aus dem Jahr 1769 bekannt ist. Gewohnt hat er wahrscheinlich im Ziegendorfe. Gestorben ist er am 28. Mai 1772, nachdem er 70 Jahre geworden war.

1775 Johann Gottlieb Schäfer
1820 Wilhelm Eduard Schäfer
1828 Heinrich Adolf Schäfer
Die Namen mit dieser Berufsbezeichnung wurden dem Taufregister entnommen)


1848 steht sein Name in einem Protokoll des Gemeindevorstehers Steudner über die Ereignisse des Jahres. Da er als "Medicus prakt." bezeichnet wurde, scheint er studiert zu haben.

Wieder nach einem reichlichen halben Jahrhundert wurde er als Arzt in Gaußig genannt. Er wohnte im Haus mit der ehemaligen Fleischerei. Auch war er es, der die erste Straßenlaterne vor der Kirche aufstellen ließ. Der damalige Landarzt fuhr noch mit Pferd und Kutsche zu seinen Patienten über das Land.

  Gaußiger Ärzte


Dr. med. Christian Friedrich Pescheck praktizierte von ca. 1900 bis in die 30er Jahre. Er stammte aus einer weithin bekannten Lausitzer Pfarrersfamilie. Dr. Pescheck galt als gewissenhafter Diagnostiker. Naturheilverfahren gegenüber war er sehr aufgeschlossen. Chirurgische Eingriffe, Geburtshilfe und zur Not Versorgung kranken Viehs waren seine Aufgaben. Auch eine Apotheke war in seinem Hause. (Von seinem Wirken als Districts-Impfarzt sind in unserer Sammlung ein Original-Impfschein (s. Abb.) und originale Diehmener Impflisten von 1885-1932.)
Er starb 1947. (Hier weitere Informationen zur Familie Pescheck.)

- Dr. Nellen war bis Ende des Krieges als sehr geachteter Arzt tätig. Er starb mit 34 Jahren an einer Lungenentzündung, da er trotz hohem Fieber noch Krankenbesuche machte.

- Dr. Weltzin übernahm 1945 nach dem Zusammenbruch die unbesetzte Arztstelle als junger entlassener Militärarzt.

-Dr. Hans Werner Bahr (*1909, 1982) war seit 1949 im Amt. Er war ein hervorragender Landarzt, der zu jeder Tages- und Nachtzeit im Einsatz war. In den ersten Jahren, als an eine Motorisierung nicht zu denken war, besuchte er zu Fuß die Schwerkranken in seinem Arbeitsbereich. Er war bis 1982 tätig. (Seine Vorfahren waren in Reichenau (Bogatynia, PL) beheimatet.)
- Dr. Konrad Schulz ist seit 1985 in Gaußig, erst in der Staatl. Arztpraxis im Hause von Dr. Bahr, seit der Wende freiberuflich und ab 1.10.1991 in seiner neuen Praxis im Haus in Kleingaußig tätig.

  [Zahnärzte
 In den 1920er Jahren war ein Dentist Bath aus Bischofswerda in Gaußig tätig.]

-Zahnärztin Edelgard Buchwald (*1903 1987) praktizierte bis 1965 in Räumen des Sportlerheimes Hesse



- Zahnarzt Dr. Schubert tritt 1975 seinen Dienst in der neuen staatlichen Zahnarztpraxis (ehem. Lebensmittelkonsum neben Bäckerei Erbe) an).
- Der Zahnarzt Dr. Holger Weißig eröffnete 1994 seine Zahnarztpraxis in Gaußig, nachdem er hier schon einige Jahre als staatlich angestellter Zahnarzt tätig war.)

  Die Schwesternstation
[Bis 1964 war Schwester Anna (kirchlich angestellt) tätig.] Seit dem Jahr 1955 bestand im Ort eine Gemeindeschwesternstation. Sie war im ehemaligen Rentamt untergebracht. (Als Gemeindeschwestern waren Selma Randig (*1901 1974) und später Heidemarie Brix - Schwester Heidi - lange Jahre tätig.) Später, als es das Mehrzweckgebäude an der Rieglitz gab, zog die Schwesternstation dorthin mit um. (1991 wurde Schwester Heidi der neugegründeten Caritas-Sozialstation Wilthen zugeordnet.)

  [Tierarzt
Dr.med.vet. Rolf Haberlah ist seit 1980 in Gaußig. Bis zur Wende 1989 unterstand er dem Rat des Kreises Bautzen und war im Gemeinschaftsbereich 2 tätig. Seit November 1990 ist er selbständig. Ab 1994 praktiziert er in seinem Haus auf der Seitschener Straße 19.]