LogoHeimatverein Abschnitt zu Geschichte, Schloss und Kirche aus der
Chronik von Gaußig
Chronik der Gemeinde Gaußig bis ca. 2000, erstellt von Frau Thunig und Herrn Mibs,
(spätere Ergänzungen durch Herrn Erler kursiv und in runden Klammern ( ), solche von Frau Koban in eckigen Klammern [ ]. Ausführungen über die Zeit nach 2004 sind in Normalschrift und betreffen weiterhin nur das Gemeindegebiet Gaußig im Bestand von 1999.




 

Gaußig - Lage und Entstehung

Mit einem Klick auf die kleinen Bilder werden sie vergrößert.
 "Südwestlich von Bautzen liegt der Ort Gaußig. Von weitem ist schon der Gaußiger Schlosspark und der herausragende Kirchturm zu sehen. Die Kirche mit dem dazugehörigen Kirchplatz, das Schloss und das Gut verleihen dem Ortszentrum sein charakteristisches Aussehen." So beschrieb man schon vor vielen Jahren die schöne Ortslage.
Gaußig ist eine Gutssiedlung, dazu ein Schloss mit einem 28 ha großen Park, welcher einen umfangreichen Pflanzenbestand aufweist.
(Historische Landkarten sagen viel über die Entwicklung des Ortes aus. Dazu bitte hier auf die Karten klicken) Der eigentlich wendische Name "Huska" (das Gänschen) des Ortes deutet auf eine altslawische Niederlassung. Die Umgebung und der Bach bei Gaußig erschienen urkundlich erstmalig 1241 in der zwischen der Krone Böhmens und dem bischöflich meißnischen Stuhle unterzeichneten Oberlausitzer Grenzbestimmungsurkunde.

 

Die Besitzer der Herrschaft Gaußig

Das erste bekannte Adelsgeschlecht in Gaußig waren "die von Gusk", durch sie erhielt auch der Ort seinen Namen. Die Ersterwähnung des Herrensitzes durch den Ritter Reinardus de Guzich findet man 1245, er siedelte hier sorbische Bauern an. (Diese waren wohl schon vor ihm da).
Über viele Jahrhunderte hatte der Adel in Form von verschiedenen Herrschaften in Gaußig seinen Sitz. So kaufte 1766 der Freiherr Peter von Riaucour die Herrschaft Gaußig und weitere acht Güter in der Umgebung.
Bereits 1768 ging der Besitz an seinen Sohn Andreas Reichsgraf von Riaucour über, der schon seit 1751 im Besitz von Putzkau war. In den folgenden Jahren baute dieser seinen Grundbesitz in der Oberlausitz zielgerichtet aus und erwarb bis 1780 weitere 14 Güter, darunter Crostau, Malschwitz und Guttau. 1770 stiftete Andreas von Riaucour ein Familienfideikommiss, um die Güter auf ewige Zeiten ungeteilt in einer Hand zu halten. Er bestimmte seine älteste Tochter Henriette zur Majoratserbin. Bei ihrer Vermählung 1777 mit dem Grafen Carl Theodor von Schall zu Bell verpflichtete sich dieser, Namen und Wappen der Familie von Riaucour mit anzunehmen und weiter zu führen. Die Regelung trat mit dem Tod Andreas' von Riaucour 1794 in Kraft. Seit diesem Zeitpunkt nennt sich das Adelsgeschlecht von Schall-Riaucour. (Durch I. Makowski bearbeitete Textstelle).
Die Familie Schall-Riaucour hatte bis 1945 in Gaußig ihren Stammsitz und beeinflusste den Gutsort sehr stark.
1245 - 1466
1466 - 1554
1554 - 1561
1561 - 1567
1576 - 1599
1599 - 1669
1669 - 1676
1676 - 1696
1696 - 1703
1703 - 1713

1713 - 1744
1744 - 1747
1747 - 1750
1750 - 1766
1766 - 1945



die von Gusk
Christoph von Haugwitz und Nachk.
von Gersdorf
von Seidlitz
von Schlieben
die von Haugwitz
von Grünrod
von Kiesewetter
Rudolph von Neitschütz
Ursula Margarethe von Neitschütz, geb. v. Haugwitz ("die Generalin", 1650-1713); eigentlicher Grundherr: Sohn Rudolph Heinrich
Rudolph Heinrich von Neitschütz
Eleonora Erdmutha von Neitschütz, geb. von Pentzig
Graf Brühl
Graf Hermann Carl von Keyserlingk
die Freiherren von Riaucour, ab 1794 Reichsgrafen von Schall-Riaucour
Hier ein Bericht von Adam Reichsgraf Schall-Riaucour über Beginn der Bodenreform und Verschleppung nach Rügen

 

 

Historie des Ortsnamens

  Von Gaußig gibt es verschiedene überlieferte Schreibweisen, die sich über die Jahre veränderten. So gab es den Namen sowohl als Orts- als auch als Familienname. Dazu kommt bei uns auch noch der sorbische Ursprung:
Huska/Husa = Gänslein, Male Hus(a) Klein Gänsedorf
In Niederschriften fand man für unseren Ort:
 1241/45
1272
1267
1272
1282
1285
1304
1311
1318
Guzich - Gusk - Gusc
Guceke
Guzke
Guzic
Guzc
Guzk
Ghuzic
Gicick - Gucick
Gozik
1383
1411
1452
1482
1495
1513
1542
1746
Gausk
Gusk
Gawsig
Gussig
Gawszk
Gausig
Gaussig
Gaußig
 (Zum Kennenlernen der Flur- und Straßennamen ist hilfreich ein Aufsatz von 1996 im Zusammenhang mit der Einführung von Straßennamen).

 

Gaußiger Teiche





Der größte Teich ist der Kirchenteich, den die Bevölkerung lange Jahre auch als Badeteich nutzte. Er wurde jährlich mit Karpfen besetzt, ebenso der Schwanenteich. Eine bis 1960 betriebene Entenzucht machte dem Badebetrieb ein Ende.


Der Schwanenteich trug früher seinen Namen zu Recht, da bis 1913 auf ihm Schwäne gehalten wurden. Spätere Versuche zur Wiederansiedlung von Schwänen misslangen. Es befinden sich innerhalb des Gaußiger Parks noch zwei weitere kleinere Teiche, die wie auch der Schwanenteich künstlich angelegt worden sind.

Der Mühlteich, an der Ortsgrenze zu Günthersdorf gelegen, war der Wasserspeicher für die Mühle in Kleingaußig.

Der Pferdeteich lag im Gut - dort wurden die Pferde gewaschen - später aber aufgefüllt und für die Pferde als Koppel genutzt.
Reifens Teich war oder wurde der zum Gut gehörende Fischteich in der Rabitschka/Rawitschka. Zur Lage und weitere Informationen bei M. Müllers Kartenstudien. Nicht mehr nachweisbar sind Bauernteich, Schafteich und der Silberteich.

 

Der Töpferdamm (Ortsausgang nach Medewitz)

 Der Sage nach wird berichtet, dass der Sohn August des Starken, König August II., bei einem Besuch in Gaußig auf seinem Rückweg nach Dresden mit seiner Kutsche im Morast steckenblieb. Deshalb musste der König zum Schloss umkehren. Dieser Zwischenfall soll der Anlass zur Errichtung des Töpferdamms gewesen sein.




 

Die Geschichte des Gaußiger Schlosses









Der Sage nach gab es ursprünglich ein Wasserschloss, es soll sich mitten im Sumpf befunden haben, wobei es mit Wasser umgeben war. Wenige Steinreste des Wasserschlosses aus dem 11. Jh. liegen, so wird erzählt, südlich von Gaußig unweit der ehemaligen Mende-Eiche (nach Oberförster Mende benannt). In den 1920er Jahren fanden Frauen bei der Bepflanzung im Wald Grundmauerreste.
Später errichtete man es aus Holz und Lehm, dieses brannte um 1538 ab, vermutlich durch Brandstiftung. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde ein neues Schloss, jetzt als Steinbau, errichtet.
Das jetzige Schloss, das wahrscheinlich vierte, ließ die Witwe des Rudolph von Neitschütz, Ursula Margaretha von Neitschütz, geborene von Haugwitz, zu Anfang des 18. Jahrhunderts als repräsentatives Barockschloss errichten.





Das Neitschützer Schloss ließ Gräfin Henriette Schall-Riaucour um 1800 umgestalten. Es weist jetzt eine palladianische Architektur auf, in der Weise, wie auch englische Landhäuser erbaut wurden. 1872 erfolgte wieder eine größere Veränderung, das hohe Ziegeldach wurde durch ein Mansardendach mit Schieferbedeckung ersetzt. Weiterhin kam der Anbau einer Kapelle an das Schloss 1895 hinzu (ausführlich s.:. Die Schlosskapelle), in ihr befand sich ein gotischer Flügelaltar aus der Zeit um 1470, der früher in der Dorfkirche stand (und seit 1998 wieder in der Kirche).
Eine eigene Wasserleitung versorgt das Schloss. Ihr Hochbehälter liegt am Hange des Fuchsberges. 1960 wurde die Leitung vollkommen erneuert. Die letzte Umgestaltung 1907 war ein Anbau an der östlichen Schmalseite, in dem eine wertvolle Bibliothek untergebracht wurde. In der Schlossbibliothek befanden sich u.a. wertvolle Handschriften, kostbare Ausgaben und Kupferstichsammlungen.
(S. a.: Fabian-Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland, Österreich und Europa. Stand 1993 (!)
Eine ausführliche Beschreibung des Schlossinneren verfasste Pfr. Frey 1997 in den Kirchennachrichten.)

Nach dem Kriegsende 1945 wurde das Schloss zunächst von sowjetischen Truppen genutzt. Seit 1946 gehörte es dem CDU-Landesverband und ab 1948 war es Erholungsheim der Technischen Hochschule, später Universität Dresden, bis 1992.
Die langjährig im Schloss angestellte Frau Helga Vasata zeigt in einer Fotoserie Details des Schlossinneren von 1992.
1999 wurde es dann nach einer vom Land Sachsen initiierten Dachstuhlerneuerung privatisiert, aber erst 2005 durch die Familie des Andreas Graf Brühl-Pohl erworben.
Mit immensem Aufwand wurden Ober- und Dachgeschoss wieder ausgebaut und das Schloss ab 2008 als Schlosshotel betrieben. Siehe dazu den eigenen Internet-Auftritt der Gräflich Brühl-Pohl'sche Verwaltungs GmbH oder diese filmische Vorstellung aus dem Jahre 2011.

Durch die Sammlungen der gräflichen Familie waren im Schloss viele Kunstgegenstände, wie z. B. altchinesisches Porzellan, Porzellane der Meißener Manufaktur, alte Gläser und Fayencen untergebracht.
Auch gab es im Schloss eine große Anzahl von Gemälden sowie eine interessante Geweihsammlung. (s. a. Kunstschätze im Schloß Gaußig)
Viele dieser Gegenstände waren noch nach 1990 vorhanden und wurden an (Wilderich) Graf Schall-Riaucour (Enkel des Adam Graf Schall-Riaucour) zurückübertragen. Dieser ließ einen Großteil 1998 versteigern.
(Einzelne Passagen dieses Abschnitts wurden durch Kunsthistorikerin Ivonne Makowski, geb. Link, Gaußig, korrigiert. Zum barocken Schloss verfasste sie einen Aufsatz, s. Quellenverzeichnis)

 

Der Schlosspark

Der Park ist durch Johann Christoph Knöffel für den sächsischen Minister Heinrich Graf Brühl im französischen Stil angelegt worden, im Laufe der Zeit und bei dem Wechsel der Besitzer (Hermann Carl Graf von Keyserling von 1750-66, von da ab Grafen von Riaucour und von Schall-Riaucour) auch mannigfach verändert. Seine jetzige englische Gestalt erhielt er durch die 1831 verstorbene Gräfin Henriette von Schall-Riaucour unter dem Einfluss des englischen Gartenexperten Lord Findlater.




Ganz besonders erwähnenswert ist die reichhaltige und abwechslungsreiche Pflanzenwelt, so gibt es im Mai/Juni viele üppig blühende Rhododendron- und Azaleensträucher mit ihren kunstvollen Blüten, die in vielen Farben blühen und die einen sehr angenehmen Duft verbreiten.
Einige Besonderheiten des Parks sind z. B. der 40 m hohe Tulpenbaum mit seinen gelb-grünen Blüten, sowie auch der Mammutbaum und früher einem Irrgarten ähnlich sehender Teil (oben vor dem Sportplatz). Unweit der Kanalbrücke stehen drei seltene Velour-Rhododendron, die als Geschenke von hohen gräflichen Gästen aus Rußland mitgebracht wurden (s. a. Gehölzbestand von 1962)






Neben der vielfältigen Pflanzenpracht gibt bzw. gab es im Park auch einige Kleinbauten, diese sind:

1- ein Pavillon, er ist kreisrund, mit drei Fenstern und einer Tür, über dieser in angetragenem Putz ein Ornament mit Leier und Köcher zu sehen ist. Er hat eine in Kupfer gedeckte Haube und ist ein schlichter Bau aus der Zeit um 1770. Der Pavillon befindet sich neben dem ehem. Tennisplatz und wurde durch einen Sturmschaden zur Hälfte zerstört (2011 repariert).

2- ein Pavillon (, der eigentlich außerhalb des Parks westlich des Kirchenteichs stand), er ist rechteckig, mit von vier toskanischen Säulen getragener Vorhalle. Auf alten Karten wird er auch als Kapelle bezeichnet. Er wurde früher zur Lagerung von Eisblöcken als "Eishaus" genutzt und ist um 1800 entstanden. Er befand sich hinter dem Kirchenteich. Die Bausubstanz von ihm ist am Ende des 2.Weltkrieges stark in Mitleidenschaft gezogen worden. In der 1950er Jahren zerfiel er restlos. S. Aufnahme von 2011.

3- ein zweigeschossiger Pavillon mit einem quadratischen Grundriss. Er besitzt eine reich gegliederte Bogenarchitektur. Der Pavillon befindet sich gegenüber der Schule und ist um 1800 entstanden.
Weiterhin wird aus früherer Zeit erzählt, dass ein unterirdischer Gang, vom Schloss über das Parkgelände sich erstreckend, vermutlich bis nach Golenz führte.

 

Der Friedhof im Schlosspark



Im Park befindet sich ein kleiner Friedhof, der für die Grafschaft Gaußig im 19. Jahrhundert angelegt wurde. Auf dem Friedhof sind nicht alle Mitglieder der gräflichen Familie beigesetzt, weil viele ihren Tod in aller Welt gefunden haben. So ist von der letzten hier ansässigen Familie Schall-Riaucour ein einziges Mitglied (Josef, 15.04.1944 in Dresden verunglückt) auf dieser Ruhestätte beigesetzt.
(Noch in den letzten Kriegstagen Mai 1945 sollten zwei Fremdarbeiter für das Annehmen oder Stehlen von Brot mit dem Tode bestraft werden und dazu an der rückwärtigen Schlosspark-Friedhofsmauer sich das Grab schaufeln. Wegen Kanonendonner flüchteten das Erschießungskommando und natürlich auch die Verurteilten. Man nimmt an, dass sie woanders doch noch gefasst wurden. Die halb ausgehobene Grube ist noch Jahrzehnte später auszumachen.)

 

Die Schlosskapelle






Der Bau der Kapelle beruht auf einem Gelübde des Grafen Karl Borromäus von Schall-Riaucour (1834-1889). Nachdem er nach dem Tode seiner ersten Frau Hermine und des Kindes bei dessen Geburt (1879) eine zweite Ehe mit einer rheinländischen Katholikin eingegangen war, gab er neben einer Geldstiftung für bedürftige Frauen der evangelischen Kirchgemeinde (Herminenstiftung) das Versprechen, eine katholische Kapelle zu bauen, falls ihm Gott einen Sohn schenkt.
(Näheres dazu in KGN November 1986)

Am 28.Juli 1883 wurde der Sohn Adam geboren, an seinem 7. Geburtstag sollte die Kapelle stehen. Nachdem auch der Graf schon 1889 verstorben war und das Vormundschaftsgericht "den letzten Willen des Grafen" akzeptiert hatte, wurden 48.000 Mark aus den erbschaftsbezogenen Mitteln der Kinder für den Bau einer Kapelle bewilligt. Die weiteren Ausführungen des Baues wurden der Gräfin überlassen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten erfolgte am 28.Mai 1895 die Einweihung der Kapelle durch Bischof Wahl. (s. Artikel von Peter Körner 1992 und 1995 in den Gemeindenachrichten.
1984 Sturmschaden an der Kapelle, s. hier
1995 Restaurierung des Flügelaltars, 1998 Umsetzung in ev. Kirche)
[Schlossgeistliche:
1916 - 1932 Kaplan Johannes Lindner; beherrschte sieben Sprachen in Wort und Schrift.
1935 - 1942 Pfarrer Hogrebe
1947 - 1955 Priester Joseph Jung]



 

Der Parkwächter/Forstaufseher Janoschka

Herr Peter Janoschka war seit 1917 bei der gräflichen Forstverwaltung als Forstaufseher angestellt. Er hatte in jüngeren Jahren den linken Arm eingebüßt, war aber trotzdem ein guter Schütze.
Nach dem Krieg erbaute er sich das Holzhaus am Kirchteich. Er war später als Parkwächter tätig, so kümmerte er sich u.a. um die Schwäne auf dem Schwanenteich und um die Ordnung im Park.


 

Die Geschichte der Gaußiger Kirche

Bei Klick auf das Bild:
Bildergalerie zu Ansichten
der Kirche






(Zu Beginn des 13. Jahrhunderts gab es ein Gotteshaus als Filialkirche von Göda.)
Um 1400 wurde die alte Gaußiger Kirche erwähnt. Sie war ein länglicher, schmaler Bau mit Schindelbedeckung.
(Eine Bildfolge dazu links durch Klick auf die alte Kirche ansehen.)
Sie besaß drei Altäre, den "Altar der Heiligen Dreieinigkeit", den "Altar der heiligen Barbara" (auch bekannt als Flügelaltar), beide stiftete man Anfang des 15. Jahrhunderts, und 1489 bekam die alte Kirche den "Altar des hl. Martin" gestiftet.
(Eine Bildfolge zu Innenansichten links durch Klick auf den alten Altar ansehen.)
An Stelle des hölzernen Dachreiters wurde 1784 bis 86 der steinerne Turm erbaut. 1802 erhielt der Turm die durch einen Sturm 1794 abgeworfene Turmhaube wieder. Im Inneren schmückten biblische Bilder die Decke, sowie Leichensteine, Epitaphe, Totenschilder und Fahnen das bunte Innere. (Mehr ...) Als die alte Kirche abgerissen wurde, ist als Einziges der noch bis heute bestehende Kirchturm erhalten geblieben.
Die heutige Kirche ist nach den Plänen von August Schramm aus Zittau von 1873-1874 erbaut worden.

Die 1857 geweihten, in Kleinwelka von der Firma Gruhl gegossenen Glocken mussten 1917 für Kriegszwecke abgegeben werden. Auch den 1922 neu angeschafften blieb dieses Schicksal im 2. Weltkrieg nicht erspart.
1955 erhielt sie drei neue Glocken aus Stahl, weil für Bronze Material und Geld fehlten.
(Im gleichen Jahr kam eine elektrische Heizung in die Kirche. Die mit Füßen zu tretenden Blasebälge der Orgel wurden durch ein elektrisches Gebläse ersetzt. Ab 1960 gibt es einen elektrischen Antrieb zum Läuten der Glocken.
   Die klassizistische Innenausstattung der Kirche erfuhr in den Jahren 1973/74 eine umfassende Sanierung. Der neu gestaltete Chor wurde mit (aus der Kirche Leipzig-Schönefeld stammender) Malerei von Prof. Jäger geschmückt.
Zum Verbleib des dabei aufgerichteten Altarkreuzes hier ein Artikel in Kirchgemeindenachrichten Mai 1994.
1975 wurden Schäden am Kirchturmdach festgestellt, 1982 der Turm aufwändig saniert. Hier dazu Ausführliches in den Kirchennachrichten)

1996 wurde begonnen, das Dach der Kirche und später die Außenfassade zu erneuern.
(2004 Erneuerung des Geläuts, s. Artikel zur Geschichte der Glocken.

       

 

Das Pfarrhaus




Es ist nachweisbar, dass seit 1346 ein Pfarrer in Gaußig wohnte. Bereits 1576 wurde im Pfarrhaus ein Testament aufgesetzt und eine Pfarrstube ausdrücklich erwähnt.
Im Jahr 1648 brannte das damalige Pfarrhaus nieder und wurde nur notdürftig wieder aufgebaut.
Unter Pfarrer Johannes Richter aus Nostitz vergrößerte sich die Gaußiger Parochie erheblich. Von da an gehörten auch Schlungwitz und Gnaschwitz kirchlich zu Gaußig.
Das neue Gaußiger Pfarrhaus entstand von 1750 bis 1751 unter Pfarrer Andreas Noack. Im 19. Jahrhundert wurde es von den Pfarrern Jäckel und Miethe im Inneren vollkommen umgebaut. So entfernte man bei der großen Renovierung 1886 alle barocken Gestaltungselemente im Inneren des Hauses. (Ausführlicher in Kirchennachrichten 3/1986 und 6/2001. 1853 wurde die sogenannte Pfarrscheune errichtet, 1886 darin das Konfirmandenzimmer. 1992 wurde daraus das Kirchgemeindehaus. Näheres dazu in Kirchennachrichten 7/91 und 1,2/92)


Katholische Pfarrer

Evangelische Pfarrer

um 1376
nach 1376

um 1408
um 1422

15. Jh.
um 1530


1559
1576
1583
1596
1610
Pfarrer Albertus
Pfarrer Nicolaus de Drebisco
Pfarrer Hermanus
Pfarrer Johannes Lessintrunk
Pfarrer Pancratius
Pfarrer Lucas Kechnicht
Pfarrer Jacob Baro
Pfarrer Johann Grunow
Pfarrer Lucas Jentzsch
Pfarrer Andreas Jentzsch
Pfarrer Georgius Fabricillus
Pfarrer Andreas Lehmann
Pfarrer Martin Mättig



1619
1621
1625

1648
1661
1666

1684
1686
1690
1706
1744
1780

1811
1817
1842
1871
1884
1890
1927
1945
1951
1971
1979
2018
Pfarrer Caspar Arentius
Pfarrer Johann Martini
Pfarrer Georgius Giscinus Milkelensis, dann
Pfarrer Petrus Leschbor
Pfarrer J. Christian Praetorius
Pfarrer Georg Just
Pfarrer Carl Zacher, dann
Pfarrer Karl Siegmund Bliesenig
Pfarrer M. Abraham Frenzel
Pfarrer Johann Ast
Pfarrer Johannes Richter
Pfarrer Matthäus Reinisch (*1671)
Pfarrer Andreas Noack (*1706, Schwiegersohn des Reinisch, †1780)
Pfarrer Gottlob Ehrenfried Noack (*1746, Sohn des Andreas N., †1811) Mehr ...
Pfarrer Peter Krahl
Pfarrer Johann Domaschke
Pfarrer Georg Ernst Mros
Pfarrer Carl August Jaeckel
Pfarrer Andreas Miethe (*1855 †7.3.1891)
Pfarrer Johann Handrick (* 2.10.1860, †16.12.1946)
Pfarrer Harald Niedner
Pfarrer Ernst Waltsgott
Pfarrer Johann Pahler (*21.1.1911, †12.10.1999)
Pfarrer Heinz Bauer (wechselt in Gemeinde Schmeckwitz,†1994)
Pfarrer Gerd Frey (*23.5.1953, 2018 i. R.)
Pfarrer Thomas Schädlich (hier ein Bericht in der Lokalpresse)

 

[Der Friedhof:







Bis 1855 war wie in früheren Zeiten üblich der Friedhof um die Kirche angelegt. Von einer besonderen Grabstelle dort u.a. erfahren wir in den Kirchennachrichten
Zur Verlegung an seinen jetzigen Ort wurde die Friedhofmauer abgebrochen und um den neuen Friedhof wieder errichtet. Zweimal erfuhr er eine Erweiterung, im Jahr 1871 und zuletzt 1885.
(Mit der Änderung der Begräbnisrituale wurden Leichenhallen auf den Friedhöfen notwendig. Lange Jahre diente auf unserem Friedhof dazu die als Haus gebaute alte Gruft des Gutes Arnsdorf. Die Einweihung einer neuen Friedhofskapelle fand am 01. November 1987 statt.
S. dazu die Beiträge in den Kirchennachrichten.)
Ein hiesiger bekannter Lehrer und Botaniker fand die letzte Ruhe hier: Michael Rostock.
Bis zum Jahre 1925 fanden die Märkte um die Kirche herum statt. Erst nach dem Ersten Weltkrieg bekam der alte Gottesacker durch Errichtung des Kriegerdenkmals und einer entsprechenden gärtnerischen Gestaltung etwas von seinem ursprünglichen Charakter zurück.]
(Hier Informationen zu Gebührenordnungen zu verschiedenen Zeiten)

 

Das Gaußiger Kriegerdenkmal

Das Kriegerdenkmal in Gaußig, was sich auf dem ehemaligen Friedhof an der Kirche befindet, wurde 1921 errichtet. Vertreten sind die Orte Gaußig, Günthersdorf, Golenz, Diehmen, Medewitz, Cossern, Zockau und Drauschkowitz. Auf den 4 Bronzeplatten sind 88 Namen der im ersten Weltkrieg Gefallenen verzeichnet. Davon stammten 21 Gefallene aus Gaußig.
(Ausführlicher dazu in Kirchennachrichten 8/1992)